Wellnesshotels

Interview: Florian Lingenfelder, Hotelier und Inhaber des Hotels Das König Ludwig

Andrea Labonte Hoteltesterin Autor: Andrea Labonte | 24.04.26
 Florian Lingenfelder mit seiner Familie. © Florian Lingenfelder.
Florian Lingenfelder mit seiner Familie. © Florian Lingenfelder.

Überall ist Wunderland. Überall ist Leben - schrieb Joachim Ringelnatz. Wer am Forggensee steht und den Blick über Alpsee, Ammergauer Alpen und die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau schweifen lässt, versteht, warum genau hier ein besonderer Ort entstehen konnte.

Doch jeder besondere Ort beginnt mit einer Idee, und oft auch mit einer schöpferischen Unruhe. Friedrich Nietzsche formulierte es so: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Anfang der 1980er-Jahre wagte Florian Lingenfelders Vater als Branchenfremder den Schritt in die Hotellerie und eröffnete in Schwangau ein Sporthotel. Heute ist daraus das Wellnessrefugium Das König Ludwig entstanden.

„Das Leben besteht in der Bewegung“, wusste bereits Aristoteles. Diese Bewegung zeigt sich auch im Werdegang des Hauses. Seit seinem Einstieg 2007 hat Florian Lingenfelder den Familienbetrieb konsequent weiterentwickelt, unter anderem mit einer mutigen Entscheidung: 2015 machte er das Hotel zu einem der ersten Adults-only-Wellnesshotels ab 14 Jahren in Deutschland.

Der Wandel der Wellnesskultur prägt auch seine Arbeit als Gastgeber. Lingenfelder beobachtet, dass viele Menschen heute weniger unter körperlicher Erschöpfung leiden als unter mentalem Druck. Ständige Erreichbarkeit, digitale Reizüberflutung und zunehmende Anonymität im Alltag führen dazu, dass echte Erholung immer schwieriger wird. Im Ludwig Spa setzt man deshalb bewusst auf einen individuellen Ansatz: Zuhören, verstehen und für jeden Gast einen persönlichen Weg aus Bewegung, Regeneration und Ruhe entwickeln.

Dass das Haus den Namen eines Visionärs trägt, ist für Lingenfelder sehr passend. König Ludwig II. bewundert er für seinen Mut, große Ideen zu verfolgen und Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.

Bei aller unternehmerischen Leidenschaft bleibt sein Blick auf das Leben erstaunlich schlicht: Glück bedeutet für ihn Erfolg in dem, was man mit Freude tut, Gesundheit für die Familie und abends ohne Sorgen ins Bett gehen zu dürfen. Jungen Menschen würde er deshalb vor allem eines raten: sich Konstanz und Objektivität zu bewahren.

Ein Gespräch über Visionen, Mut und die Entstehung eines "Wunderlandes" zwischen Seen und Bergen.

Herr Lingenfelder, Sie haben eine Kochlehre und eine Hotelfach-Ausbildung absolviert und anschließend internationale Stationen in New York, Florenz und Zürich erlebt. Welche dieser Erfahrungen hat Sie am meisten geprägt und warum? Gab es während dieser Zeit fernab von Schwangau einen Moment, in dem Sie, ganz unabhängig von familiären Erwartungen, innerlich „Ja“ gesagt haben: Das ist mein Weg, ich kehre zurück in den elterlichen Betrieb und entwickle das Hotel weiter?

Vorweg möchte ich sagen, dass ich mich ganz bewusst für diese Branche entschieden habe. Während meiner gesamten Ausbildung gab es keinen Moment, in dem ich an dieser Entscheidung gezweifelt hätte. Besonders meine Zeit an der „Villa Blanka“ in Innsbruck hat meine Begeisterung für diese besondere Welt nachhaltig geprägt. Dort traf ich auf viele Gleichgesinnte, viele von ihnen ebenfalls Betriebskinder, und genau dieser Austausch hat mir gezeigt, wie vielfältig und spannend die Hotellerie sein kann.

Eine prägende Erfahrung war auch meine Zeit in der Schweiz, genauer gesagt in Zürich im damaligen Savoy Baur en Ville, dem heutigen Mandarin Oriental. Ich arbeitete dort an der Rezeption und begegnete täglich Menschen aus aller Welt. Die Selbstverständlichkeit, mit der dort Luxus gelebt wurde, hat mich sehr beeindruckt. Gleichzeitig habe ich in dieser Zeit auch gelernt, was man vielleicht anders oder besser machen kann.

Gerade aus diesen Erfahrungen heraus wuchs in mir der Wunsch, eines Tages selbst ein Haus zu führen, das Gästen ein hohes Maß an Qualität, Gastfreundschaft und Luxus bietet. Dass ich mit dem Familienbetrieb zu Hause bereits eine wunderbare Grundlage hatte, war dabei ein großes Glück, gewissermaßen eine perfekte Spielwiese, um diese Vision Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen.

Joachim Ringelnatz schrieb: „Überall ist Wunderland. Überall ist Leben.“ Das Hotel Das König Ludwig liegt idyllisch zwischen Forggensee und Alpsee, am Fuße von Neuschwanstein und Hohenschwangau, eingerahmt von den Ammergauer Alpen und den sanften Hügeln des Allgäus. Ihr Vater kam aus einem anderen Metier und doch hat ihn genau dieses Stück Allgäu vor 40 Jahren so fasziniert, dass er dort 10.000 qm Baugrund kaufte und den Schritt wagte, in der Schwangauer Hotellerie Fuß zu fassen.Was glauben Sie: Was hat ihn damals an dem Ort so gefesselt? Und welches „Wunderland“ entdecken Sie selbst heute noch jenseits der gängigen Touristenpfade?

© Das König Ludwig und Michael Huber.
© Das König Ludwig © Michael Huber.

Tatsächlich war vieles daran, wie so manches im Leben, ein glücklicher Zufall. Mein Vater kam eher unverhofft zur Hotellerie. Sein ursprüngliches Tätigkeitsfeld lag im Bau von Ferienimmobilien im Alpenraum. Das Grundstück in Schwangau wurde damals versteigert, und was heute kaum vorstellbar ist: Es gab zunächst keinen weiteren Interessenten. Mein Vater war der einzige Bieter und erhielt das Grundstück, inklusive einer bereits vorhandenen Baugenehmigung für ein Hotel.

Ursprünglich war das Hotel als klassisches Investorenprojekt gedacht. Doch schon nach den ersten Monaten im Betrieb wurde meinem Vater klar, dass ein Hotel nur dann wirklich erfolgreich sein kann, wenn man es mit persönlichem Engagement und Leidenschaft führt. Als Autodidakt mit kaufmännischem Gespür und einer Portion Mut begannen meine Eltern, das Haus Schritt für Schritt weiterzuentwickeln. Sie hatten zudem das Glück, nach und nach weitere angrenzende Grundstücke erwerben zu können. Ihr Ziel war stets, diese außergewöhnliche Lage zu bewahren und weiterzuentwickeln. Am Ende war es wohl die besondere Kombination aus diesem einzigartigen Ort, der wachsenden Familie und der Möglichkeit, hier etwas Eigenes aufzubauen und zu gestalten, die meinen Vater dauerhaft an Schwangau gebunden hat.

Für mich persönlich ist diese Geschichte, gerade im Rückblick auf den relativ kurzen Zeitraum von nur vier Jahrzehnten, ein großer Antrieb. Ich empfinde das König Ludwig und diesen Ort als etwas Einmaliges und sehe es als großes Privileg, hier wirken zu dürfen. Gleichzeitig versuche ich, meinen Blick immer wieder bewusst über den eigenen Horizont hinaus zu richten. Inspiration finde ich häufig in Regionen, die kulturell und touristisch sehr weit von unserer Heimat entfernt sind. Besonders in Asien oder in der Südsee wird Gastgeberschaft oft ganz neu gedacht, mit anderen Perspektiven, Ritualen und Formen der Aufmerksamkeit gegenüber dem Gast. Diese Impulse aufzunehmen und mit unserer eigenen Identität zu verbinden, empfinde ich als eine der spannendsten Aufgaben unserer Branche.

In „Also sprach Zarathustra“ schreibt Friedrich Nietzsche: „Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.“ Er beschreibt damit jene schöpferische Unruhe, aus der Neues entsteht. Die Geschichte des Hotels Das König Ludwig begann Anfang der 80er-Jahre mit dem couragierten Schritt Ihres Vaters, als Branchenfremder das „Sporthotel am Forggensee“ zu eröffnen. Mit Ihrem Einstieg 2007 folgte die konsequente Weiterentwicklung zu einem der eindrucksvollsten Wellnesshotels im Allgäu. Wenn Sie auf diesen Weg zurückblicken: Wo lag das „Chaos“, das ausgehalten werden musste? Und was ist heute der „tanzende Stern“, der Sie antreibt?

© Das König Ludwig.
© Das König Ludwig.

Das deutlichste „Chaos“ lag ohne Zweifel in der Planungsphase unseres großen Spa-Bereichs zwischen 2008 und 2010. Damals war ich noch relativ neu im Unternehmen und, wenn man so will, noch ziemlich grün hinter den Ohren. Gleichzeitig hatte ich den starken Wunsch, mich möglichst intensiv in dieses Projekt einzubringen, weil mir bewusst war: Hier entsteht ein zentraler Teil unserer Zukunft.

In dieser Phase trafen natürlich sehr unterschiedliche Perspektiven aufeinander. Mein Vater brachte als erfahrener Bauherr enormes Wissen und eine klare Vorstellung von Machbarkeit mit. Ich hingegen hatte zwar wenig Erfahrung im Bauen selbst, aber eine starke Vision davon, wie sich unser Haus entwickeln sollte. Diese unterschiedlichen Blickwinkel führten zu intensiven Diskussionen, manchmal auch zu Reibung, aber genau darin lag letztlich auch die kreative Kraft.

Rückblickend hat sich daraus eine Erkenntnis ergeben, die mich bis heute begleitet: Wenn die Erfahrung der Älteren und der Innovationsdrang der Jüngeren aufeinandertreffen und beide Seiten einander wirklich ernst nehmen, kann daraus etwas sehr Wertvolles entstehen.

Mein eigener Antrieb liegt heute noch ein Stück tiefer. Mich hat schon immer eine gewisse Faszination für Dinge begleitet, die über Generationen hinweg Bestand haben. Der Gedanke, dass vielleicht eines Tages meine Kinder an meiner Stelle stehen und ich gewissermaßen „von oben“ beobachten darf, wie sich alles weiterentwickelt, erfüllt mich mit großer Freude. Ein bleibendes Erbe zu hinterlassen, das über Generationen Bestand hat, lässt mich aber auch Demut empfinden.

Mein Wunsch ist es, einen echten Generationenbetrieb aufzubauen, ein Haus, das über viele Jahrzehnte hinweg Bestand hat und immer wieder neugestaltet wird. Da ich selbst erst die zweite Generation bin, steht dieses Projekt im Grunde noch ganz am Anfang. Gerade das macht die Aufgabe für mich so spannend.

„Das Leben besteht in der Bewegung“, schrieb Aristoteles. Vom einstigen Sporthotel zum heutigen Wellness-Refugium hat sich Ihr Haus in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gewandelt. Was war die mutigste konzeptionelle Entscheidung der vergangenen 20 Jahre? Und was bedeutet Bewegung für Sie persönlich, im Sinne von Weiterentwicklung, in Ihrem eigenen Leben? Welche Träume und Ziele elektrisieren Sie heute persönlich und beruflich?

© Das König Ludwig.
© Das König Ludwig.

Die mutigste Entscheidung war ohne Zweifel der Bau unseres großen Spa-Bereichs im Jahr 2010. Dieses Projekt markierte den eigentlichen Startpunkt für eine ganze Reihe weiterer Investitionen, die in den Jahren danach folgten. Für uns bedeutete dieser Schritt ein beträchtliches Risiko. Gleichzeitig waren wir jedoch fest davon überzeugt, dass dieser Weg der richtige ist und dass er das Profil unseres Hauses nachhaltig schärfen würde.

Die vergangenen zwanzig Jahre haben mich persönlich stark geprägt. Dabei habe ich für mich erkannt, dass mich der Wunsch, Dinge zu gestalten und weiterzuentwickeln, deutlich mehr antreibt als das bloße Verwalten dessen, was bereits besteht. Genau dieser Gestaltungsdrang ist für mich eine wichtige Form von Bewegung.

Mein Ziel ist es nicht einfach, ein Hotel zu führen, sondern einen Ort entstehen zu lassen, einen Ort mit Atmosphäre, mit Charakter und mit einem klaren Qualitätsanspruch. Solche Orte wachsen nicht über Nacht. Sie entstehen mit der Zeit Schritt für Schritt, mit Geduld, Hingabe und einem starken Team. Und genau darin liegt für mich die eigentliche Freude.

2015 haben Sie das Hotel König Ludwig zu einem der ersten Adults-only-Wellnesshotels ab 14 Jahren in Deutschland gemacht. Ein Schritt, der damals durchaus kontrovers diskutiert wurde, dem dann aber weitere Wellnesshotels folgten. Was war Ihre Motivation hinter dieser Entscheidung? War es strategische Positionierung, Gästebedürfnis oder Bauchgefühl? Mit welchen Widerständen waren Sie konfrontiert? Und was hat sich durch Ihre Entscheidung in Ihrem Hotel verändert?

© Das König Ludwig.
© Das König Ludwig.

Die Entscheidung war für uns in erster Linie eine klare strategische Weichenstellung. Unser Haus hatte nie eine ausgeprägte Infrastruktur für Familien oder Kinder. Als wir unser neues Suitenhaus realisierten, wurde mir noch deutlicher, dass unser Konzept vor allem für Gäste gedacht ist, die Ruhe, Rückzug und Erholung suchen.

Wenn sehr unterschiedliche Gästebedürfnisse unter einem Dach zusammenkommen, stellt sich oft die Frage: Wer nimmt auf wen Rücksicht? Wer muss sich anpassen? Aus meiner Sicht sollte diese Verantwortung jedoch nicht bei den Gästen liegen, sondern beim Hotelier. Unsere Aufgabe ist es, einen Rahmen zu schaffen, der für alle stimmig ist.

Deshalb haben wir uns bewusst dafür entschieden, unser Haus künftig als Adults-only-Wellnesshotel ab 14 Jahren zu führen. Dieser Schritt hat uns ermöglicht, unser Angebot sehr konsequent auf eine klar definierte, spitze Zielgruppe auszurichten. In vielen Bereichen konnten wir dadurch kompromissloser denken, beispielsweise in der Architektur, im Spa-Konzept, in der Atmosphäre und letztlich auch im gesamten Gästeerlebnis.

Der Widerstand war zu Anfang allerdings heftig. Von Beleidigungen am Telefon, hin zu Drohbriefen über gefakte Bewertung im Internet und sogar eine Petition, die an das Bundesfamilienministerium geschickt wurde war dabei. Heute ist das Thema absolut in der Gesellschaft angekommen und akzeptiert.

Viele Gäste reisen heute nicht mehr nur mit körperlichen Verspannungen an, sondern mit einem überreizten Nervensystem, digital überladen, mental erschöpft, innerlich getrieben. Wonach sehnen sich Menschen während einer Spa-Auszeit wirklich? Beobachten Sie einen Wandel: Weg von der rein körperlichen Entspannung hin zu dem Wunsch nach mentaler Klarheit und emotionaler Stabilität? Und wenn ja, wie begegnen Sie diesem Bedürfnis Ihrer Gäste konkret?

© Das König Ludwig.
© Das König Ludwig.

Diese Frage trifft den Zeitgeist sehr genau. Wenn Gäste heute von „Erholung vom Stress“ sprechen, ist das oft nur ein Synonym für ein viel tiefer liegendes Bedürfnis. Wir erleben zunehmend, dass viele Menschen durch die digitale Welt und die damit verbundene ständige Erreichbarkeit unter einem permanenten inneren Druck und einer konstanten Anspannung stehen. Gleichzeitig führt die Digitalisierung zu immer mehr Anonymität und Distanz im zwischenmenschlichen Miteinander, etwas, das unserem eigentlichen Wesen als soziale Menschen widerspricht.

Damit hat sich auch der Anspruch an uns als Gastgeber deutlich verändert. Gerade im Spa-Bereich geht es längst nicht mehr nur um Anwendungen oder klassische Entspannung. Viel wichtiger ist es geworden, sich wirklich Zeit für den Menschen zu nehmen und aufmerksam zuzuhören: Was beschäftigt den Gast? Was braucht er in diesem Moment wirklich? Feingefühl und Sensibilität sind die Basis unserer Arbeit.

Unser Ansatz ist bewusst ganzheitlich. Er verbindet Gespräch und persönliche Zuwendung mit Bewegung, bewusster Ernährung, Ruhe und regenerierenden Behandlungen. Gleichzeitig legen wir großen Wert auf Individualität. Denn echte Kraft, neue Lebensenergie und inneres Gleichgewicht lassen sich nicht nach einem für alle Gäste gleichermaßen gültigen Rezept verordnen, sie entstehen immer aus einer sehr persönlichen Kombination verschiedener Komponenten.

Wellness Heaven bewertet Hotels unter anderem auch nach ihren Wellnessangeboten. Was hebt den Spa in Ihrem Haus von anderen Wellnesshotels in der Region ab? Was sollen Gäste in Ihrem Hotel finden, was Sie anderswo auf der Welt vielleicht nicht finden?

Im LUDWIG SPA steht der Mensch im Mittelpunkt und zwar mit all seinen individuellen Bedürfnissen. Unser Anspruch ist es, uns um alles zu kümmern, was dem Wohlbefinden dient, bis zu dem Punkt, an dem es in den medizinischen Bereich übergeht.

Deshalb basiert unser Spa-Konzept ganz bewusst auf dem Prinzip der Individualität. Jeder Gast bringt unterschiedliche Voraussetzungen, Wünsche und Lebenssituationen mit. Um darauf eingehen zu können, braucht es vor allem eines: Zeit für Gespräch, Aufmerksamkeit und eine fundierte Beratung.

Aus diesem Austausch entsteht schließlich ein Behandlungsansatz, der genau auf den jeweiligen Gast abgestimmt ist, eine Kombination aus Anwendungen, Bewegung, Ruhe und Regeneration. Unser Ziel ist es, dass jeder Aufenthalt im Spa so persönlich und maßgeschneidert wie möglich erlebt wird.

Wohin entwickelt sich die Wellness-Reise aus Ihrer Sicht? Welche Strömungen werden die Branche in den kommenden Jahren nachhaltig prägen? Und welche Trends sind eher kurzfristiger Natur und werden wieder verschwinden?

Global betrachtet wird Wellness künftig immer stärker die Rolle einer aktiven Gesundheitsprävention übernehmen. Viele Menschen sind heute deutlich aufgeklärter und gehen bewusster mit ihrer Gesundheit um als noch vor einigen Jahren. Der Wunsch, nicht nur gesund zu werden, sondern möglichst lange gesund zu bleiben und vital zu altern, prägt das Denken vieler Gäste.

In diesem Spannungsfeld entstehen derzeit sehr unterschiedliche Ansätze: von modernen Longevity-Konzepten bis hin zu klassischen, bewährten Gesundheitsmethoden wie etwa der Kneipp-Therapie. Die Branche experimentiert momentan mit verschiedenen Modellen und Philosophien, die alle auf ihre Weise versuchen, Gesundheit, Regeneration und Lebensqualität miteinander zu verbinden.

Welche dieser Ansätze sich langfristig durchsetzen werden, lässt sich derzeit noch schwer vorhersagen. Vieles befindet sich noch in einer Phase des Ausprobierens. Am Ende wird vermutlich der Gast selbst entscheiden, welche Konzepte für ihn glaubwürdig und alltagstauglich sind.

Vom Wild aus eigener Jagd über Fisch aus heimischen Gewässern bis zu Heilkräutern aus der Nachbarschaft, Ihre Küche folgt konsequent dem Prinzip der Herkunft und dem Bewusstsein, dass alles, was wir essen, zu einem Teil von uns wird. Gleichzeitig verzichten Sie am Abend auf ein Salatbuffet, weil Genuss auf einer entspannten Atmosphäre beruht. Welche Haltung steht hinter diesen Entscheidungen? Und welche „kleinen Regeln“ haben Sie im Haus etabliert, die der Gast vielleicht nicht sofort bemerkt, die aber langfristig seiner Erholung dienen?

© Das König Ludwig.
© Das König Ludwig.

Der Gedanke, der unser Spa-Konzept prägt, spiegelt sich ganz bewusst auch in unserer Küche wider. In unserem Alltag nehmen sich viele Menschen kaum noch Zeit, in Ruhe zu essen. Oft wird schnell, nebenbei und meist auch zu viel gegessen, ohne wirklich wahrzunehmen, was auf dem Teller liegt.

Unser Ziel ist es deshalb, unseren Gästen wieder einen bewussteren Zugang zum Essen zu ermöglichen. Das beginnt damit, dass sie sich Zeit für ihr Abendessen nehmen können: ohne ständiges Aufstehen, ohne den Reiz eines großen Buffets, bei dem die Augen oft größer sind als der Hunger. Stattdessen entsteht Raum für ein entspanntes, gemeinsames Erlebnis am Tisch.

Unsere Menüs sind dabei so gestaltet, dass sie kulinarischen Genuss und ernährungsphysiologische Balance miteinander verbinden. Inspiration haben wir uns unter anderem bei den sogenannten Blue Zones geholt, jenen Regionen der Welt, in denen Menschen besonders gesund und lange leben.

Das Schöne ist: Viele Gäste nehmen diese Struktur zunächst gar nicht bewusst wahr. Sie genießen einfach ein mehrgängiges Dinner, verbringen wertvolle Zeit miteinander und fühlen sich danach angenehm satt, aber nicht belastet. Genau darin liegt für uns der eigentliche Effekt, Genuss, der gleichzeitig Körper und Wohlbefinden guttut.

Ihr Haus trägt den Namen eines Visionärs: König Ludwig II. Was inspiriert Sie persönlich an seiner Figur und was eher nicht?

König Ludwig II. war in vielerlei Hinsicht eine außergewöhnliche Persönlichkeit und seiner Zeit weit voraus. Vieles von dem, was er gedacht und geschaffen hat, wurde von seinen Zeitgenossen nicht verstanden. Gerade dieser Mut, Visionen zu verfolgen, auch wenn sie zunächst unrealistisch oder unmöglich erscheinen, fasziniert mich sehr.

Sein Weitblick und sein unbedingter Wille, Ideen Wirklichkeit werden zu lassen, allein getragen von der eigenen Überzeugung, sind Eigenschaften, die mich immer wieder inspirieren. Ludwig II. war jemand, der nicht in bestehenden Grenzen dachte, sondern sich von seiner Vorstellungskraft leiten ließ.

Ehrlich gesagt fällt mir an seiner Persönlichkeit wenig ein, was mich stören würde. Für mich bleibt er vor allem ein visionärer Geist, der den Mut hatte, groß zu denken, und genau das macht ihn bis heute so faszinierend.

Welche Bücher haben Sie in Ihrem Leben am stärksten beeindruckt bzw. nachhaltig geprägt?

Ich muss gestehen, dass ich nur selten Bücher lese. Dafür hatte ich im Laufe meines Lebens das große Glück, einigen außergewöhnlichen Menschen und Persönlichkeiten zu begegnen. Die Gespräche mit ihnen, ihre Lebenswege und ihre Geschichten haben mich stark geprägt und prägen mich bis heute.

Wir alle sind auf der Suche nach einem glücklichen und erfüllten Leben. Was bedeutet für Sie persönlich Glück und Erfüllung? Wenn Sie einem jungen Menschen nur eine einzige Lebenslektion mitgeben dürften, welche wäre das?

Erfüllung bedeutet für mich, mit dem, was ich tue und was mir Freude bereitet, auch erfolgreich zu sein. Wenn dann noch meine Familie und ich gesund bleiben, ist das für mich ein großes Geschenk. Glück ist für mich letztlich ein sehr stiller Zustand: abends ohne Sorgen ins Bett gehen zu können und zu wissen, dass alles im Gleichgewicht ist.

Wenn ich einem jungen Menschen eine Lebenslektion mitgeben dürfte, dann wäre es diese: Bewahre dir Konstanz und Objektivität. Beides sind Tugenden, die in einer immer schnelleren Welt oft unterschätzt werden, und doch sind sie entscheidend, um langfristig gute Entscheidungen zu treffen und seinen eigenen Weg zu gehen.

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